Kritischer Liebigstraßenrundgang – die Uniklinik Leipzig in der NS-Zeit

 

 

 

Der Rundgang als Audiowalk

Die Ärzteschaft hat in der Entwicklung und Ausführung der „Rassentheorie“ in Form des  Holocaust und der sogennanten „Euthanasie“ eine essentielle Rolle gespielt. Sie legitimierte damals auch die Menschenversuche, auf denen unser heutiges medizinisches Wissen teilweise beruht. Die Spuren dieses schweren Erbes wollen wir mit euch gemeinsam erkunden und aufarbeiten sowie den Opfern gedenken. Dafür haben wir einen Audiorundgang durch die Liebigstraße und die Medizinische Fakultät Leipzig vorbereitet. Er beginnt vor dem Haupteingang der Liebigstraße 20 und endet im Friedenspark an der Wiese Zittergras, dem Gedenkort für das Kindereuthanasie-Verbrechen. Für letzteres könnt ihr gerne Kerzen mitbringen. Der Rundgang dauert ca. 60 Minuten.

Es gibt die mp3-Datei außerdem zum Download.

Die einzelnen Standorte des Rundgangs

Im Folgenden die Texte der einzelnen Standorten und unsere Quellen. Bald werden hier auch die Audiodateien zu den jeweiligen Stationen verfügbar sein.

I.Treffpunkt: Fahrradständer gegenüber des Uniklinik-Hauptgebäudes

Hallo! Schön, dass du zu uns gefunden hast und dich nun mit uns auf einen Rundgang um die Liebigstraße begibst. Die Liebigstraße ist für viele Menschen ein bedeutungsvoller Ort. Du stehst jetzt gegenüber des Haupteingangs der Uniklinik Leipzig. Täglich steigen hier viele Patient*innen aus Taxis oder den Autos ihrer Verwandten. Andere werden mit dem Rettungswagen gebracht. Einige bleiben nur kurz, manchmal nur für eine Untersuchung, manche bleiben für Monate. Die Einen sind zum ersten Mal hier, andere müssen sich regelmäßig vorstellen. Bist du zum ersten Mal hier?

Die Liebigstraße beherbergt auch die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig. 300 Medizinstudierende beginnen hier jedes Jahr ihr Studium und lernen im Laufe der fünf Jahre fast alle Gebäude der Klinik kennen. Stolze Mediziner*innen in wehenden, weißen Kitteln sollen sie werden. Weise Retter*innen mit heilenden Händen nach einem Studium voller Fakten und Prüfungen. Teil des Ärzt*innenstandes, hart arbeitend und mit großem gesellschaftlichen Einfluss. Vielleicht ist schon Eine*r an dir vorbeigeflogen, während du auf den langen blauen Schriftzug blickst: „Universitätsklinikum Leipzig“. 

Nicht viel hat sich seit 1945 an dem Bild der Ärzt*innen geändert. Die Liebigstraße hingegen schon: gerade in den letzten Jahren sind viele neue Gebäude entstanden. Spuren der NS-Zeit sind kaum mehr zu finden. 

Wir, Lara, Lisa, Franka und Rosa, vier Medizinstudierende, möchten einige davon mit euch gemeinsam erkunden und den Opfern des Naziregimes gedenken.

Hätten wir vor mehr als 80 Jahren unseren Abschluss gemacht, wären statistisch zwei von uns Teil der NSDAP geworden. 45% der deutschen Ärzt*innen waren Mitglieder. Das sind vier Mal wo viele wie in der Gesamtbevölkerung.

Die Medizin im Nationalsozialismus war geprägt von der sich schon lange im Voraus etablierten Ideologie der „Rassenhygiene“ und des Sozialdarwinismus. Sie verschrieb sich dem Ziel, den Menschen durch Auslese von „Minderwertigen“ zu einem stärkeren, äußeren Feinden überlegenen, „arischen“ Volk zu machen. Die sogennante „Herrenrasse“ sollte entstehen. Dazu gehörte pronatalistische Politik wie das Abtreibungsverbot und das „Mutterkreuz“ sowie antinatalistische Politik: erzwungene Abtreibungen, Eheverbote, Massensterilisationen; millionenfacher Mord an Menschen mit Behinderung, psychisch Kranken und sogennanten „Asozialen“, also dem Arbeitsmarkt nicht zuträglichen Sozialempfängern, sowie an Mitgliedern rassistisch verfolgter Menschengruppen. Ärzt*innen in der NS-Zeit waren daran maßgeblich beteiligt, von der Auswahl der Opfer bis zur Durchführung der Eingriffe und der Tötungen. Der Holocaust, die Shoah, wäre ohne die KZ-Ärzt*innen so nicht möglich gewesen. Die von Ärzt*innen durchgeführte Forschung in den Konzentrationslagern und an Leichen von Häftlingen hat die Medizin maßgeblich vorangetrieben. 

Dieser Spaziergang wird kein leichter sein. Du kannst ihn jederzeit abbrechen, wenn dir die Luft zum Atmen fehlt. Lass dir Zeit zum Gedenken und Verarbeiten. 

Bevor du nun die Straße überquerst, um wie die Patient*innen in Richtung der blauen Buchstaben zu gehen, blicke einmal nach links – rechts – links, wie du es in der Schule gelernt hast. Vielleicht ist es schon Nacht, wenn du diesen Rundgang machst. Tagsüber schlängeln sich oft muntere Radfahrer*innen an den Autos vorbei und es kommt dir fast vor als stündest du an einem munter sprudelnden Wildbach. Nun also: links – rechts – links und dann geradeaus. Blicke jetzt beim Gehen auf den Boden. Rechts, vor der roten Bank, sind 36 Stolpersteine eingelassen.

II. Hauptgebäude (Li20) – Stolpersteine zu jüdischen Lehrenden der Unfallchirurgie

Die Steine wurden 2017 von der 1922 in Leipzig gegründeten DGU, der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V., verlegt, um an die von 1933-1945 verfolgten jüdischen Leipziger Unfallchirurg*innen zu erinnern. Am 9. November 2019, genau ein Monat nach dem versuchen Massenmord an Jüd*innen in einer Synagoge in Halle, verlas die „AG Ethik, Recht und Geschichte“ der DGU an dieser Stelle folgenden Text: „Mit unserem heutigen Gedenken an diesem Eingang zum Klinikum, das von so vielen Hilfe suchenden Menschen beansprucht wird, wollen wir auch verhindern, dass nicht in späteren Jahrzehnten neue Stolpersteine infolge Ausgrenzung von neuen Minderheiten gepflastert werden müssen. Das Gedenken an die unselige Vergangenheit darf deshalb nicht verblassen, sondern muß vertieft werden, so wie wir heute die Stolpersteine aufpoliert haben. Seien wir wachsam, sowohl fachlich- medizinisch als auch gesellschaftlich- politisch. Die Meinungsfreiheit darf ethische Leitlinien nicht überspringen. Halle war ein Signal, das Progrom vom 9. November 1938 war ein Signal, dessen Fernwirkung wir heute hier erleben. Mögen die Lehren aus der Vergangenheit für unsere Zukunft und die Zukunft der uns folgenden Generationen immer präsent bleiben.“   

Eine ehrliche Erinnerungskultur muss beinhalten, dass die deutsche Ärzteschaft selbst maßgeblich daran beteiligt war, jüdische, slawische, Sinti*zze und Rom*nja sowie „marxistische“ Ärzt*innen aus ihren Positionen zu vertreiben und bisweilen selbst davon profitierte. 
Mit dem am 7. April 1933 verabschiedeten „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ durften Beamt*innen mit einem oder mehr jüdischen Großelternteilen entlassen werden. Dazu gehörten auch Ärzt*innen, Professor*innen und Chefärzt*innen. Relevanten Protest aus der so gut organisierten Ärzt*innenschaft gab es nicht. Im Gegenteil: jüdische und politisch angefeindete Ärzt*innen konnten verdrängt werden und hinterließen in kurzer Zeit viele freie Stellen. Schon zwei Wochen zuvor hatte der Vorsitzende des Ärztevereins- und Hartmannbundes Alfons Stauder ein Ergebenheitstelegramm an Adolf Hitler gesendet. Dies wiederum wird deswegen nicht Überraschen, da er neben J. F. Lehmann Mitherausgeber der auflagenstarken Münchner Mediziner Wochenzeitschrift war. Dazu aber später mehr. 
Die „Verordnung über die Zulassung von Ärzten zur Tätigkeit bei den Krankenkassen“ vom 22. April 1933 entzog dann jüdischen und „in kommunistischem Sinne betätigten“ Ärzt*innen den Kassensitz. Am 19. September 1935 teilten die Nürberger Gesetze schließlich die Gesellschaft in Deutsche erster und zweiter Klasse, in Menschen mit Rechten und jenen ohne. Am 25. Juli 1938 erloschen schließlich die Approbationen aller 3152 sich noch in Deutschland befindenden jüdischen Ärzt*innen. 709 von ihnen durften noch als „Krankenbehandler“ jüdischer Menschen tätig sein. 1933 waren es noch 5557 gewesen. Am 9. November 1938 folgte die Reichsprogromnacht. 
Hebe nun wieder den Blick und drehe dich um 180°. Schräg links vor dir geht die Stephanstraße ab. Folge ihr bis rechts ein kleiner Fußweg abgeht. An Schrebergärten vorbei führt er zum Institut für Strahlentherapie und Radioonkologie. Mit dem Blick ins Grüne wollen wir kurz verweilen und von zwei Menschen berichten, die anders gehandelt haben.

III. Widerständige Ärzt*innen

Dr. med Fritz Gietzelt

Dr. med Fritz Gietzelt hat unter anderem in Leipzig Medizin studiert und vor und nach dem Krieg am St. Georg Klinikum gearbeitet. Ab 1935 betrieb er eine eigene Praxis, in der sich Mitglieder der Widerstandsgruppe Schubert/Enge/Kresse trafen. Er war außerdem ab 1943 Mitglied bei der Leipziger Gruppe des Nationalkommitee Freies Deutschland. Er versorgte Zwangsarbeiter*innen mit Kleidung, Krankschreibungen und medizinischer Behandlung. 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet, aber aufgrund starker Proteste von Kolleg*innen nicht zum Tode verurteilt und konnte schließlich bei einem Bombenangriff, der das Gefängnis zerstörte,  fliehen. Noch 1945 trat er der KPD und 1946 der SED bei. Ab 1946 leitete er außerdem das Röntgeninsitut Leipzig und wurde später Professor an der Charité in Berlin. Er war maßgeblich an der Einführung des nationales Krebsregisters der DDR beteiligt. In Leipzig ist eine Förderschule nach ihm benannt.

Dr. Margarethe Blank

Auch Dr. Margarethe Blank hat von 1921-1927 in Leipzig Medizin studiert. Sie promovierte hier auch zu Medizingeschichte. Statt aber ihrem Doktorvater in die USA zu folgen, hat sie eine Allgemeinarztpraxis in Panitzsch bei Leipzig eröffnet. Sie gehörte keiner Widerstandsgruppe an, verweigerte aber den Beitritt in den Reichsärztebund und den Hitlergruß. Sie behandelte Zwangsarbeiter*innen wie alle anderen Patient*innen und ließ ihnen Nahrungsmittel und Medikamente zukommen. In Folge wurde ihr zwischenzeitlich die kassenärztliche Zulassung entzogen. Ein ärztlicher Kollege, dessen Frau gegenüber sich Dr. Blank kriegskritisch äußerte, meldete sie bei der Gestapo. Margarethe Blank wurde am 8. Februar 1945 hingerichtet. Von ihr stammt das Zitat: “Es gibt nur einen zuverlässigen Wegweiser im Leben: Unerschütterlich strenge Wahrheitsliebe. Es gibt nur einen Genuss: Das seelische Gleichgewicht; nur eine Freude: Die Schönheit der Natur.” Den Namen der Ärztin tragen eine Straße in Engelsdorf bei Leipzig, ein Seniorenheim in Leipzig-Thekla, der Beratungsraum in der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden und der Förderverein, der die Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig und die ihr gewidmete Gedenk- und Begegnungsstätte in Panitzsch betreut. Es gibt außerdem mehrere Margarete-Blank-Preise. Diese Fülle an Ehrungen zeugt von der Stilisierung Blanks als Widerstandskämpferin in der DDR.

Ich nehme aus diesen kurzen Lebensgeschichten mit: Es gab Denunziationen innerhalb der Ärzt*innenschaft, deren Konsequenz der Tod sein konnte. Es gab aber auch Widerstand, Solidarität und den Versuch, alle Menschen ebenbürtig zu behandeln. Auch Kriegsgefangene, Fremde, Feinde ohne Rechte. 

Gehe nun zurück zur Liebigstraße und folge ihr Richtung Osten, nach links. Rechterhand befindet sich die Kinder- und Frauen*klinik in der Nummer 20A. Wen siehst du herauskommen oder hineingehen? Kranke Kinder? Gesunde Kinder? Frischgebackene Eltern*? Ältere Patient*innen?

IV. Frauenklinik – Zwangssterilisation

Während du vor der Frauen*klinik stehst und das Gebäude und die Menschen betrachtest, möchte ich einen kurzen Exkurs zu einem Gesetz machen, dass den medizinischen Alltag während der NS-Zeit maßgeblich beeinflusste.

Etwa 400.000 Menschen wurden in Deutschland zwischen 1933 und 1945 zwangssterilisiert. Um die „Reinhaltung des gesunden Volkskörpers“ zu gewährleisten, verabschiedeten die Nationalsozialisten am 14. Juli 1933 das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“. Damit wurde die Grundlage für die Verfolgung, Ausgrenzung und später Ermordung von Menschen mit psychischen und physischen Krankheiten geschaffen. Es trat am 1.Januar 1934 in Kraft und war das erste Gesundheitsgesetz des nationalsozialistischen Staates.

Die Rassenideologie und sozialdarwinistische Idee des NS-Regimes war fest in der Medizin verankert.

Nun wurde die lang diskutierte und bereits vor dem Machtantritt Hitlers ausgearbeitete eugenische Sterilisation zum gesetzlich verordneten Zwang.

Im Gesetz heißt es: „Wer erbkrank ist, kann durch chirurgischen Eingriff unfruchtbar gemacht (sterilisiert) werden, wenn nach der ärztlichen Wissenschaft mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, dass seine Nachkommen an schweren körperlichen oder geistigen Erbschäden leiden werden.“

Dieses sah vor „die Unfruchtbarmachung auch gegen den Willen des Unfruchtbarzumachenden auszuführen“. Die Anträge wurden bei sogenannten „Erbgesundheitsgerichten“ (EGG) gestellt. In Sachsen gab es damals sieben dieser EGGs. Wenn die Opfer sich der Behandlung widersetzten, wurde diese mit Hilfe der Polizeibehörde durchgesetzt.

Die Geschichte der Frauenklinik Leipzig geht bis in das Jahr 1850 zurück. Kurz vor Beginn der NS-Zeit zählte sie zu einer der modernsten in Europa. Der Gynäkologe und Geburtshelfer Hugo Selheim leitete die Frauenklinik von 1928-36. Nach dem Gesetzesbeschluss 1934 wurden in der Universitätsfrauenklink die Sterilisationsoperationen in großem Maße durchgeführt. Hugo Selheim war Mitglied des Nationalsozialistischen Lehrerbundes und der SS. Sein Nachfolger war Robert Schröder, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie. Er war zuvor an der Universität Kiel tätig. Auch Er war Mitglied der NSDAP und des NS-Ärztebundes.

Allein bis 1937 waren in der Frauenklinik 1000 Eingriffe aus eugenischer Begründung durchgeführt worden. Unter diesen gab es 4 registrierte Todesfälle und bei zahlreichen Frauen traten nach der Operation schwerwiegende Komplikationen, wie Blutgerinnsel, Gebärmutterschädigungen und Kreislaufstörungen auf.

Opfer dieser medizinischen Zwangsbehandlungen waren überwiegend Frauen im Alter von 22-25 Jahren, aber minderjährige Mädchen. Laut der Verordnung des Gesetzes sollte die Unfruchtbarmachung nicht vor Vollendung des zehnten Lebensjahres vorgenommen werden. Hier war festgelegt, wer erbkrank ist. Auf Grundlage dieser Definition, begründeten die Ärzte die Eingriffe. Die Diagnosen waren hauptsächlich angeborener Schwachsinn, Epilepsie, Schizophrenie, Alkoholsucht, Chorea Huntington und bei Kindern Taubheit, sog.Missbildung, sog. Irresein und Blindheit. Die Methode der Sterilisation war die chirurgische Teil- oder Komplettentfernung der Eileiter. Später wurden auch Röntgenstrahlen eingesetzt. Der Höhepunkt lag in den Jahren 1934-1936, wo etwa die Hälfte der im gesamten Zeitraum durchgeführten Eingriffe vollzogen wurden. Die Zahl von 15000 jährlich an Frauen durchgeführten Operationen zeigte die widerstandslose Durchführung der deutschen Gynäkolog*innen des NS-Gesetzes.

Dokumente aus der Frauenklinik aus Halle geben uns einen sehr detaillierten Einblick in das Ausmaß der Praktik in ganz Sachsen. Das Einzugsgebiet der Frauenklinik in Halle, ist mit der damaligen preußischen Provinz Sachsen vergleichbar. Die meisten Beschlüsse in Sachsen entschieden die Erbgesundheitsgerichte Halle, Torgau, Naumburg und Zwickau.

In der Frauenklinik Halle wurden zwischen 1934 und 1945 insgesamt 1417 Mädchen und Frauen im Zuge des Gesetzes unfruchtbar gemacht. Der größte Anteil wurde durch operativen Eingriff sterilisiert. In 19 Fällen fand die Röntgen Anwendung.

Die unmenschlichen Behandlungen, die keine medizinischen Indikationen hatten, waren für die Frauen und Mädchen eine folgenschwere körperliche und psychische Belastung. Für einige von ihnen endeten die Eingriffe auch tödlich.

Nicht nur in der invasiven Behandlung waren die Ärzt*innen der Frauenklinik beteiligt. Hebammen und Ärzt*innen waren verpflichtet, behinderte und „missgebildete“ Kinder dem damaligen Chefarzt, Werner Catel, zu melden. Somit nahmen sie eine aktive Rolle im Euthanasiegeschehen in Leipzig wahr. Mehr über Werner Catel und der Rolle der Uniklinik am Euthanasieprogramm erfährst du an der letzten Station des Rundgangs.

Wechsle jetzt die Straßenseite und gehe auf der linken Straßenseite weiter geradeaus bis du den Neubau der Medibibliothek erreichst.

V. Medibib – Lehmanns Verlag

Du stehst jetzt vor unserer Medi-Bibliothek. Im Untergeschoss befindet sich unsere Medimensa. Seit der Fertigstellung des Gebäudes vor wenigen Jahren ist es der Dreh-und Angelpunkt für uns Medizinstudierende. Aber auch Zahnmediziner*innen und Geolog*innen verbringen hier große Teile ihrer Studienzeit. 

Hier wollen wir über den großen Einfluss eines sehr erfolgreichen Buchhändlers, des schon erwähnten J.F. Lehmann, auf die deutsche Ärzt*innenschaft vor und in der NS-Zeit sprechen. 

J.F. Lehmann lebte von 1864 bis 1935 und verlegte vor allem medizinische Literatur und Zeitschriften. Bekannt wurde er durch seine moderne Farbdrucktechnik, die zB die berühmten Sobotta Anatomieatlanten möglich machten. Sobotta ist auch heute noch ein Begriff für jede*n Medizinstudent*in. Lehmanns bereits erwähnte „Münchner Medizinische Wochenschrift“ entwickelte sich zur größten deutschen medizinischen Wochenzeitschrift. Er nutzte seinen finanziellen und gesellschaftlichen Erfolg, um seine politischen Vorstellungen zu verbreiten. Dazu gehörte völkisches Gedankengut, “Sozialdarwinismus”, “Rassenhygiene” und “Rassenkunde”, Antisemitismus, Imperialismus, Kriegsverherrlichung und Nationalismus.

Er war Mitglied im Vorstand des Alldeutschen Verbandes ab 1897 und der “Deutschen

Gesellschaft für Rassenhygiene” ab 1914, beteiligte sich am Hitler-Putsch 1923. Er verlegte Bücher wie “Der Anteil des Judentums am Zusammenbruch Deutschlands” von W. Liek, “Volkstod durch sittlichen Verfall” von G. Hoffmann, „Rasse und Nation“ von H. St. Chemberlain und weitere von Alfred Rosenberg, Adolf Hitler u.a. Nationalsozialisten – schon lange vor 1933. Er verlegte Zeitschriften wie das “Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie” und “Deutschlands Erneuerung”. Er erweiterte seinen Einfluss auch auf Universitäten, als zB F.K Günther, Autor von “Rassenkunde des Deutschen Volkes” als Folge seiner Protektion eine Professur erhielt. 

Nach dem Krieg wurde die “J.F. Lehmanns Medizinische Buchhandlung GmbH” durch den Verlag Urban&Schwarzenberg aufgekauft, umbenannt, und später, nach Kauf durch den Deutschen Ärzteverlag wieder zu „J. F. Lehmanns Med. Buchhandlung“ umbenannt. Nach Kritik wurde diese schließlich zu „Lehmanns Media“ umbenannt und ein Buch über die Geschichte des Verlages herausgegeben. Die Leipziger Filiale wurde letztes Jahr von Thalia aufgekauft.  Für uns war sie bis dahin die Buchhandlung, in der wir Lehrbücher, Präparierbesteck und Diagnostikleuchten kauften. „Ich muss noch kurz zu Lehmanns!“ sagten wir, ohne zu wissen, welche Geschichte hinter diesem Namen steckt. Lehmann prägte maßgeblich die Meinung der deutschen Ärzteschaft. Sicher nicht ausschließlich, aber auch seinetwegen unterstüzte diese später in großen Teilen stillschweigend bis aktiv die Verbrechen der Nationalsozialisten.

Wechsle nun wieder die Straßenseite und geh vorbei am Institut für Pathologie, rechtsherum auf die Johannisallee. Bleib auf der rechten Straßenseite der Johannisallee. Nach einigen Metern erreichst du das Max-Bürger-Forschungszentrum.

VI. Max-Bürger-Forschungszentrum (Johannisallee 30) – Max Bürger – medizinische Uniklinik im Nationalsozialismus

Du stehst nun vor dem Max-Bürger-Forschungszentrum. Max Bürger kann als Person exemplarisch für eine Verwicklung in das NS-Regime stehen, die vielleicht nicht direkt ins Auge springt. Die nicht so offensichtlich ist, wie bei Kriegsverbrecher*innen, Mörder*innen und NS-Funktionär*innen seiner Zeit. Er kann auch exemplarisch für den Umgang mit uneindeutig belasteten Hochschullehrer*innen und Mediziner*innen im Zuge der Entnazifizierung nach ’45 stehen. Für den Zwiespalt zwischen Anerkennung für erbrachte Leistungen und Verquickung in das politische System – ein Zwiespalt, der sich nach ’45 offenbar für viele Menschen darstellte.

Max Bürgers Amt als Ordinarius für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Uniklinik Leipzig begann 1937 mit seiner Berufung. Bei der Berufung von Hochschuldozierenden und -direktor*innen wurde auf die politisch-ideologische Eignung geachtet, die bei Bürger offenbar gegeben war. Das Amt hatte er in den Jahren 1937-1945 sowie 1947-1957 inne. Zum Zeitpunkt seiner Berufung als Klinikdirektor war er bereits anerkannt für Forschungsleistungen auf verschiedenen Gebieten der Pathophysiologie, Stoffwechselerkrankungen usw. Zudem gilt er als Begründer der Alternsforschung, weshalb der Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie bis 2014 nach ihm benannt war. Jedoch wurde der Preis im Anschluss an ein historisches Gutachten über Bürger umbenannt, da dieses Gutachten ihn als problematische Person darstellte.

Max Bürger hatte zahlreiche Mitgliedschaften in NS-Strukturen, u.A. in der NSDAP, dem NS-Ärztebund, dem NS-Dozentenbund, dem Reichsluftschutzbund, der NS-Volkswohlfahrt, dem NS-Altherrenbund; als sog. „Oberstabsarzt der Reserve der Luftwaffe“ gehörte er dem Militär an.

Wie wir an Station 1 gehört haben, waren 45% der deutschen (nicht-jüdischen) Ärzt*innen NSDAP-Mitglieder. In Leipzig waren unter den medizinschen Hochschullehrer*innen 75% Mitglied in der NSDAP oder anderen Strukturen wie der SS oder SA. Ärzt*innen und medizinische Hochschullehrer*innen waren als NSDAP-Mitglieder im Vergleich mit der restlichen Bevölkerung deutlich überrepräsentiert, da sich ihre berufliche Situation durch das NS-Regime erheblich verbessert hatte.

Die Uniklink Leipzig wurde mit Kriegsbeginn in die sog. „wehrmedizinische Forschung“ eingebunden. Diese fand vor allem an der Hautklinik unter Joseph Vonkennel und an der medizinischen Uniklinik unter Max Bürger statt. An der Hautklinik wurde zu Chemotherapie geforscht, wobei in diesem Rahmen auch Tests an Menschen im KZ-Buchenwald stattfanden, von denen einige starben. Bürgers Forschungsbereiche waren die Kreislaufforschung, Hepatitsforschung und Alternsforschung. Die Kreislaufforschung war für die Luftwaffe von besonderem Interesse. Es sollten Erkenntnisse über Sauerstoffmangelatmung in großen Flughöhen bei Luftwaffenpilot*innen gewonnen werden. Die Hepatitisforschung war deshalb relevant, weil es in Waffen-SS, Polizei und Heer zu Hepatitis-Epidemien kam. Hier wurde an einer Impfung geforscht.

In seiner Alternsforschung nahm Bürger mit der Zeit immer mehr eine leistungsmedizinische Argumentation an. Die sogenannte Leistungsmedizin hatte den Anspruch, der „Überalterung der Gesellschaft“ und dem „Leistungsabbau“ entgegenzuwirken. Ziel sei es, Zitat Bürger, „der Vergreisung unseres Volkes entgegen[zu]wirken“, „für eine physiologische Arbeitsökonomie der gesamten Volkskraft“. „Jede Staatsführung muss versuchen, die den 60-jährigen und älteren Menschen verbliebene Arbeitskraft zum Nutzen des Staatsganzen einzusetzen“. Ab 1941 gab es auch ein eigenes Institut für Arbeits- und Leistungsmedizin, dessen Aufgabe es war, die körperliche Leistungsfähigkeit der Menschen zugunsten der Systemanforderungen zu erhalten.

Mit Kriegsende begann in Deutschland und Österreich die Entnazifizierung, die zum Ziel hatte, die Gesellschaft von den Einflüssen des Nationalsozialismus zu befreien. Diese wurde durch die Alliierten durchgesetzt. In der Sowjetischen Besatzungszone wurde die Entnazifizierung auch für den politischen Strukturwandel genutzt. Es wurden vor allem Beamte und Angestellte in Schulen, Justiz und Polizei entlassen. Ärzt*innen wurden – wie in allen Besatzungszonen – weniger zur Rechenschaft gezogen und häufig verschont. Herausstechende Persönlichkeiten im negativen Sinne wie im Rahmen der Nürnberger Ärzteprozesse, wurden als Ausnahmen dargestellt. 1948 war in der Sowjetischen Besatzungszone die Entnazifizierung offiziell beendet. Es gelangten jedoch viele der als belastet zu betrachtenden früheren Amtsinhaber*innen wieder in hohe Positionen.

So auch Max Bürger. Zwar wurde er im November 1945 als Klinikdirektor entlassen. Er hatte jedoch weiterhin Einfluss auf die Klinik, da er seinen Nachfolger maßgeblich selbst mitbestimmte und in den Wiederaufbau der Klinik offiziell involviert war. Auch in den Laboratorien arbeitete er noch immer. AuchZudem war ärztliches Personal nach ’45 knapp, da es durch die Entazifizierung zu Entlassungen gekommen war und viele Ärzt*innen in die westlichen Besatzungszonen abwanderten. Das war womöglich mit ein Grund, warum Ärzt*innen nicht so hart zur Rechenschaft gezogen wurden. 1947 trat zudem ein Erlass des Alliierten Kontrollrates Inkraft, der in „nominelle“ und „aktive“ NSDAP-Mitglieder unterschied. Bestraft wurden als „Aktive“ daraufhin nur Kriegsverbrechecher*innen und Angehörige der SS, des Sicherheitsdienstes und der Gestapo. Somit wurde Bürger als „nominelles“ Mitglied rehabilitiert – wenn auch nicht gänzlich ohne politische Widerstände – und konnte 1947-1957 sein Amt weiter ausführen.

Drehe dich nun um. Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, siehst du den Friedenspark. Dort wird der Rundgang mit der letzten Station enden. Wechsle auf die andere Straßenseite der Johannisallee und betritt den Park. Gehe den rechten Weg entlang, der parallel zur Linnéstraße verläuft. Nach etwa 300m erreichst du auf der linken Seite die Wiese Zittergras, das Denkmal für die während der Kindereuthanasie ermordeten Kinder.

VII. Wiese Zittergras, Friedenspark – „Kindereuthanasie“

Du bist nun im Friedenspark angekommen und stehst an der Wiese Zittergras mit dem sich anschließenden „Weg Lebwohl“. An diesem Ort wollen wir uns der „Kindereuthanasie“-Verbrechen annehmen, die in Leipzig u.a. auch an der Kinderklinik begangen wurden. Leipzig kommt hierbei sowohl als Standort als auch als Universitätskinderklinik mit den damals dort tätigen Persönlichkeiten eine maßgebliche Rolle zu. Nach wie vor ist dies Vielen nicht bewusst, auch weil bisher die Geschichte der Leipziger Universitätskinderklinik nicht genug aufgearbeitet wurde. Leipzig war mit gleich zwei Standorten der sogenannten „Kinderfachabteilungen“ doppelter Ort des Verbrechens. In der ganzen Republik gab es insgesamt 30 dieser „Kinderfachabteilungen“. Hierhin wurden Kinder mit Beeinträchtigungen überwiesen, um die „Maßnahmen zur Befreiung des Volkskörpers“ umzusetzen, und diese gezielt und systematisch zu ermorden. Dies wurde im Laufe der Zeit um ganze Bevölkerungsgruppen wie Jüd*innen oder Sinti*zze und Rom*nja erweitert. Für die sogenannte „Volksgesundheit“ wurden diese Verbrechen maßgeblich von der Ärzt*innenschaft begangen.

Leipzig entwickelte sich vom ersten Fall der „Kindereuthanasie“ hin zum zentralen Koordinations- und Durchführungszentrum durch den damaligen Universitätskinderklinikdirektor Werner Catel, der als einer von drei Ärzten im Gutachterstab über Fälle in der ganzen Republik entschied. Außerdem war die Universitätskinderklinik Leipzig die einzige Uniklinik, die sich eigens an der Ermordung von Kindern beteiligte. Somit kommt der Uniklinik Leipzig eine maßgebliche Verantwortung in der Aufarbeitung der „Kindereuthanasie“-Verbrechen zu.

Der erste berichtete Fall der „Kindereuthanasie“ auch bekannt als der Fall „Kind Knauer“ trug sich in der Universitätskinderklinik in der Oststraße Anfang 1939 zu. Die Eltern des Kindes Gerhard Heinz Knauer suchten Rat beim Klinikdirektor Werner Catel und baten um „Erlösung“ ihres Sohnes, der mit verschiedenen Beeinträchtigungen geboren wurde und sich in Behandlung in der Kinderklinik befand. Catel verwies auf die Reichskanzelei Hitlers, an welche sie sich wenden sollten. Die Eltern kontaktierten die Kanzelei und Hitler beauftragte seinen Leibarzt Dr. Karl Brandt, der später noch durch die „Aktion Brandt“ bekannt werden sollte, sich schnellstmöglich um den Fall zu kümmern. Brandt und Catel setzen sich gemeinsam mit dem Fall auseinander und veranlassten die gezielte Verabreichung von Tabletten, welche am 25. Juli 1939 zum Tod des Kindes führten. An dieser Stelle sei gesagt, dass die Bitte der Eltern um die „Erlösung“ ihres Sohnes den Nationalsozialisten sehr zu pass kam. Die Durchführung einer „Euthanasie“ war bereits vor der Machtergreifung in Planung. 1939 stand die Tötung von Kindern im Rahmen der „Säuberung des Volkskörpers“ allerdings noch unter Strafe. Mit der Einwilligung der Eltern umgingen Catel und Brandt zunächst dieses Gesetz und setzen mit der Erschaffung des „Reichsausschusses zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“ eine gesetzliche Grundlage zur Durchführung weiterer Verbrechen dieser Art. Auch die breite Zustimmung in der deutschen Ärzt*innenschaft zu eugenischen und sozialhygienischen Theorien ebneten den Weg der Nationalsozialisten in der Durchführung ihrer „Euthanasie“verbrechen. 

Im Jahre 1940 wurde die Heil- und Pflegeanstalt in Leipzig-Dösen unter der damaligen Leitung des Arztes Arthur Mittag zur „Kinderfachabteilung“ umfunktioniert und zunehmend aufgestockt. Insgesamt wurden hier über 500 Kinder ermordet. An mindestens 60 von ihnen wurden zuvor grausame Menschenversuche absolviert, welche u.a. das sogenannte Luminal-Schema erprobten. Dieses hatte zum Ziel, durch Tabletten erzeugte Krankheitssymptome, über einen längeren Zeitraum hinauszuzögern, bis sie schlussendlich zum Tod führten. Den Eltern der Kinder sollte so ein „natürlicher“ Tod vorgespielt werden.  

1941 wurde schließlich auch die Universitätskinderklinik in der Oststraße als zweite „Kinderfachabteilung“ in Leipzig ausgebaut. Genaue Zahlen, wie viele Kinder hier tatsächlich ermordet wurden, liegen heute nicht mehr vor, da Werner Catel 1945 zum Ende des Kriegs alle Unterlagen vernichten ließ.

Werner Catel wurde nach 1945 wegen seiner Verbrechen angeklagt, jedoch wenig später freigesprochen. Bis in die 1960er hielt er eine Professur an der Universität Kiel inne und veröffentlichte weiter sein eugenisches und nationalsozialistisches Gedankengut in anerkannten Verlagen. 

Catel ist ein gutes Beispiel dafür, wie wenige Ärzt*innen tatsächlich für ihre Straftaten belangt wurden und selbst nach Ende des Hitler-Regimes einem „normalen“ Leben nachgehen konnten. Das fehlende Bewusstsein in der Nachkriegszeit und auch bis heute noch für die maßgebliche Beteiligung der Ärzt*innenschaft an den Verbrechen der NS-Medizin, zeigt wie enorm wichtig die Aufarbeitung der Geschehnisse ist, die tatsächlich auch hier an unserem Campus stattgefunden haben. 

Die Wiese Zittergras und der Weg Lebwohl sind Orte, an denen wir insbesondere den Kindern und Familien gedenken wollen, die den grausamen Taten der NS-„Kindereuthanasie“ in Leipzig zum Opfer gefallen sind. An dieser Stelle möchten wir unsere Führung beenden und laden dich dazu ein, wenn du möchtest, eine Kerze des Gedenkens anzuzünden und kurz inne zu halten.

Danke, dass du an unserem kritischen Liebigstraßenrundgang teilgenommen hast. Wir hoffen, wir konnten ein paar Impulse zum Nachdenken geben und freuen uns, wenn wir damit einen kleinen Teil in der Aufarbeitung der NS-Geschichte unseres Medizincampus leisten konnten. 

Referenzen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Medizin_im_Nationalsozialismus

Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. Ernst Klee. S. Fischer Verlag, ISBN 3-596-14906-1.

https://www.uniklinikum-leipzig.de/Seiten/bericht-zum-gedenktag-2019.aspx

https://www.uniklinikum-leipzig.de/Seiten/stolpersteine.aspx

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_zur_Wiederherstellung_des_Berufsbeamtentumshttps://www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/aerzteschaft-im-nationalsozialismus/gleichschaltung-und-aerzteprozess-in-nuernberg/

https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_%C3%BCber_die_Zulassung_von_%C3%84rzten_zur_T%C3%A4tigkeit_bei_den_Krankenkassen

https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Gietzelt

https://www.mdr.de/zeitreise/ns-zeit/zwangssterilisation-in-der-ns-zeit-100.html

Der Gynäkologe Carl Clauberg (1898-1957) zwischen verachteter Normalität und bagatellisierten Extremen, Silvia Wilking

Ausführer und Vollstrecker des Gesetzeswillens“ – die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie im Nationalsozialismus, Thomas Dimpfl , Diethelm Wallwiener und Fritz Dross – im Auftrag der DGGG

Die „rechte Nation“ und ihr Verleger Politik und Popularisierung im J. F. Lehmanns Verlag 1890 – 1979 Sigrid Stöckel (Hrsg.)

Medizin, Faschismus und Widerstand. Bromberger, Barbara; Mausbach, Hans; Thomann, Klaus-Dieter. Mabuse-Verlag 1990. ISBN: 392549944X  

Max Bürger – Ordinarius für Innere Medizin und Direktor der Leipziger Medizinischen Universitätsklinik 1937 – 1945 und 1947 – 1957, Hendrik Thiene, Leipzig 2010

575 Jahre Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, Kästner, I. und Thom, A. (Hrsg.), Leipzig 1990

505. Kindereuthanasieverbrechen in Leipzig“, Berit Lahm, Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention der Stadt Leipzig (Albertina)

Der Fall Leipzig (alias Fall ‚Kind Knauer‘) und die Planung der NS-‚Kindereuthanasie‘, Udo Benzenhöfer (Albertina)